Zum Inhalt springen
N
NEM-Check
VitamineVitamin DEvidenz

Vitamin D: Was sagt die Wissenschaft wirklich?

NEM-Check Redaktion2 Min. Lesezeit

Vitamin D: Was sagt die Wissenschaft wirklich?

Vitamin D ist eines der am häufigsten supplementierten Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland. Doch wie gut ist die Evidenzlage wirklich? Wir haben die wichtigsten Studien für dich zusammengefasst.

Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper unter Einwirkung von Sonnenlicht (UVB-Strahlung) selbst herstellen kann. Es spielt eine zentrale Rolle im Calciumstoffwechsel und ist essenziell für gesunde Knochen.

Evidenzlage: Was ist belegt?

Starke Evidenz

  • Knochengesundheit: Zahlreiche Metaanalysen bestätigen die Wirksamkeit von Vitamin D (in Kombination mit Calcium) zur Prävention von Osteoporose und Frakturen bei älteren Menschen.
  • Immunsystem: Eine Cochrane-Review zeigt, dass Vitamin D das Risiko für akute Atemwegsinfektionen moderat senken kann.

Schwache oder widersprüchliche Evidenz

  • Krebsprävention: Die VITAL-Studie (n=25.871) zeigte keinen signifikanten Effekt auf die Gesamtkrebsinzidenz.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Aktuelle Metaanalysen zeigen keinen klaren Nutzen.
  • Depression: Ergebnisse sind heterogen; einige Studien zeigen kleine Effekte bei Personen mit nachgewiesenem Mangel.

Dosierung: Was empfehlen die Fachgesellschaften?

| Organisation | Empfehlung (Erwachsene) | |---|---| | DGE | 800 IE/Tag (bei fehlender Eigensynthese) | | Endocrine Society | 1.500–2.000 IE/Tag | | EFSA | Obere sichere Grenze: 4.000 IE/Tag |

Fazit

Vitamin D-Supplementierung ist bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll und gut belegt für die Knochengesundheit. Für viele andere beworbene Wirkungen fehlt jedoch starke Evidenz. Ein Bluttest beim Arzt ist der beste erste Schritt, bevor man zur Supplementierung greift.


Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.